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Wir haben keine Heimat hier

Frau G. Sch., eines von 8 Kindern der Eheleute K. und M. H., erblickte am ...... 1929 in Altendorf bei Ratibor, Oberschlesien, das Licht der Welt. Ihre Familie führte dort einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb  am Nordrand des Altvatergebirges. Wohl durch die Kriegsereignisse war es ihr nicht möglich, ihren Realschulabschluss zu machen. So fing sie schon früh an, als Seidenweberin, später als Hutmacherin zu arbeiten. Ihre Jugendzeit fiel in die schwerste Zeit, die Menschen durchmachen können – den zweiten Weltkrieg.

 

Mit dem Einzug der Roten Armee im März 1945 war es vorbei mit einem halbwegs ruhigen Leben in ihrer Heimat. Wie den Geschichtsbüchern zu entnehmen ist, folgten Plünderungen, Vergewaltigungen und Erschießungen. Frau Schwartz hat nie darüber gesprochen, wie es ihr in dieser bitteren Zeit ergangen ist. Im gleichen Jahr noch begannen die Vertreibungen der Deutschen aus diesem Gebiet, das heute zu Polen zählt.

 

Im Jahre 1946 traf es sie mit ihrer Familie. So kam sie mit ihren 7 Geschwistern nach ihren eigenen Angaben mit 17 Jahren als Heimatvertriebene nach Bayern. Dort arbeitete sie in der Landwirtschaft. Das war ihr nicht fremd, kannte sie es doch aus ihrer Heimat.

 

Während der Hochzeitsvorbereitungen im Jahre 1952 - 14 Tage vor der Hochzeit - starb ihre Mutter. Ein weiterer Schlag für ein so junges Leben. Auch der Tod ihrer Geschwister hat gewiss Spuren hinterlassen.

 

Aus ihrer Ehe gingen .. Kinder hervor. Nach dem Tode ihres Ehemannes im Jahre 1989 lebte sie allein in E., zunächst in einer großen Wohnung, später in einer betreuten Wohnanlage, bis sie schließlich im Jahre 2009 im Hause Maranatha, Heddesbach, ihren letzten Aufenthaltsort fand.

 

Der Kontakt zu ihren Kindern war nie abgebrochen. Doch wie das so ist, wenn man in alle Lande verstreut lebt – man sieht sich eben seltener. Eine ihrer Töchter wohnt ebenfalls in Heddesbach und stand ihr fast täglich zur Seite. Die anderen Kinder besuchten sie, so oft es ihnen möglich war.

 

Frau Sch. beteiligte sich auch in der Hausgemeinschaft an allen Veranstaltungen, seien es Feste, Ausflüge, Musikveranstaltungen oder Gottesdienste. Sie war eine begeisterte Sängerin und hat noch zur Weihnachtsfeier 2015 im Maranathachor mitgewirkt.

 

Im Februar dieses Jahres bekam sie gesundheitliche Probleme, die einen langen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten. Hiervon hat sie sich nicht wieder erholt. Sie kam erneut ins Krankenhaus Eberbach. Es war mir ein Vorrecht, ihr dort im Krankenzimmer noch einmal mit Liedern aus der Heimat eine Freude zu bereiten. Ihre Tochter hielt ihre Hand und spürte, wie sie die Melodie mit ihrem Händedruck mitformte.

 

In der Nacht darauf, am 10. April 2016 schloss sie für immer ihre Augen.

 

 

Denn auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können. Sehnsüchtig warten wir auf die Stadt, die im Himmel für uns erbaut ist.

(Hebr. 13,14)

 

Ja, das Leben ist eine schier endlose Reise. Die Reise von Frau Sch. nahm ihren Anfang in ihrer  geliebten Heimat, dem Altvatergebirge, das sie unfreiwillig  verlassen musste. Immer, wenn wir davon sprachen, lag etwas Wehmut in ihrer Stimme. Meinen Vorschlag, mit ihr noch einmal dorthin zu fahren, die alten Wege zu beschreiten, konnte sie nicht annehmen. Waren die Erinnerungen zu bedrückend, schon aus der Entfernung?  Wir wissen es nicht.

 

Auf dem Weg durchs Leben gab es einige Wohnortwechsel. Sie musste auch Stück für Stück liebe Angehörige loslassen. Viel zu früh ging ihre Mutter, sie war gerade mal 23 Jahre alt, ein Mensch im Umbruch seines Lebens. Wo sie auch hinkam, das Ziel ihrer Reise hat sie nicht erreicht. Wie treffend gilt für ihr Leben gerade dieses Wort:

 

„Denn auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können.“

 

Bis heute erleben wir, dass der Mensch auf der Suche ist nach seiner Heimat. Ja, es ist sicher, seine Heimat ist nicht hier. Dafür gibt es zu viel Leid und Elend in dieser Welt. Unbewusst ahnt der Mensch, dass da mehr sein muss, als die Zerrissenheit, die Oberflächlichkeit, die Hilflosigkeit und die Unrast des Lebens.  Liegt nicht tief im Menschen verborgene Sehnsucht, die ihn immer weiter treibt auf der Suche nach etwas, das er nicht wirklich greifen kann?  Ahnt der Mensch etwas von einem verlorenen Zuhause? Bestätigt sich dieses Wort nicht immer wieder, oft auf tragische Weise:

 

„Denn auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können.“

 

Schmerzhaft wird uns immer wieder vor Augen geführt, wie kurz doch unser Leben ist. Der Psalmist verkündet:

 

„Der Mensch ist wie das Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Feld. Wenn der heiße Wüstenwind darüber fegt, ist sie spurlos verschwunden, und niemand weiß, wo sie geblüht hat.“ (Ps. 103,15)

 

und der Apostel Petrus bestätigt die Vergänglichkeit des Menschen mit seinen Worten

 

„Ja, es stimmt: "Die Menschen sind wie das Gras, und ihre Schönheit gleicht den Blumen: Das Gras verdorrt, die Blumen verwelken.““ (1. Petr. 1,24)

 

Wer erinnert sich noch an jene, die verstorben sind? Gelegentlich tauchen ihre Namen noch einmal auf. Doch auch diese Gelegenheiten werden immer seltener, bis sie ganz verstummen. Doch dieses Wort an die Hebräer damals geht weiter!

 

„Sehnsüchtig warten wir auf die Stadt, die im Himmel für uns erbaut ist.“

 

Wie bitte? Für uns ist eine Stadt im Himmel erbaut? Haben wir das wirklich richtig gehört?

 

Ja, wir haben es richtig gehört!

 

Als Jesus zum letzten Mal mit seinen Jüngern sprach, bevor er hingerichtet wurde, sagte er bedeutungsschwere Worte:

 

„Vertraut Gott, und vertraut mir! Denn im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht gesagt: Ich gehe hin, um dort alles für euch vorzubereiten. Und wenn alles bereit ist, werde ich kommen und euch zu mir holen. Dann werdet auch ihr dort sein, wo ich bin.“ (Joh. 14,1-3)

 

Der Herr des Universums persönlich teilt uns mit, dass wir nicht für immer Suchende, Wandernde sein werden, sondern einmal nach Hause kommen. Seit diesem Versprechen warten wir sehnsüchtig auf die Stadt, die im Himmel für uns erbaut ist. Jesus ist uns voraus gegangen. Doch er kommt wieder. Damit wird auch unsere Sehnsucht gestillt.

 

Wer die heutigen Ereignisse in der Welt betrachtet, kommt selbst ohne das Vertrauen in Gott, also den Glauben, darauf, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Es steuert alles auf einen Höhepunkt zu. Davon sprach bereits unser Heiland, als er seine große Endzeitrede auf dem Ölberg hielt. Er schilderte die Ereignisse und Verhaltensweisen der Menschen kurz vor seinem Kommen. Seine Beschreibungen sind so detailliert, dass es wirklich keine Missverständnisse geben kann – die Zeit ist gekommen, in der der letzte Akt des Dramas auf dieser Erde im Gange ist.

 

Frau Sch. ist uns nur einen kleinen Schritt voraus. Das nächste, was sie sehen wird, wird der Friedefürst sein in seiner ganzen Herrlichkeit. Sie braucht keine Geduld mehr, sie ist am Ziel. Ihr Warten ist zu Ende. Wir hingegen haben es in der Hand, noch etwas zum Erreichen dieses Zieles für uns selbst zu tun. Jeder Einzelne kommt nicht umhin, für sein eigenes Leben eine Entscheidung zu treffen – die Entscheidung, ob es nach Hause geht oder in die Ziellosigkeit.

 

 

*

 

 

Bevor wir  endgültig Abschied nehmen von Frau G. Sch. noch dieses:

 

„Du wirst dir dein Brot mit Schweiß verdienen müssen, bis du stirbst. Dann wirst du zum Erdboden zurückkehren, von dem ich dich genommen habe. Denn du bist Staub von der Erde, und zu Staub musst du wieder werden!“ (1. Mose 3,19)

 

Diese Erkenntnis kann zerstörend sein wie ein Krebsgeschwür. Gott lässt uns aber noch etwas anderes sagen.

 

„Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht verlorengehen, sondern das ewige Leben haben.

 

Gott hat nämlich seinen Sohn nicht zu den Menschen gesandt, um über sie Gericht zu halten, sondern um sie vor dem Verderben zu retten.

 

Wer an ihn glaubt, der wird nicht verurteilt werden. Wer aber nicht an den Sohn Gottes glaubt, über den ist wegen seines Unglaubens das Urteil schon gesprochen.“ (Johannes 3,16 – 18)

 

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