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Ich, der Herr frage euch:

„Meint ihr, ich hätte Freude daran, dass der Gottlose sterben muss? Nein, ich freue mich, wenn er von seinen falschen Wegen umkehrt und am Leben bleibt.“

Hesekiel 18,23

Wir haben uns heute hier eingefunden, um Abschied zu nehmen von meinem Vater A. P.

Er wurde in Brasilien geboren am 17. Januar 1923 in der kleinen Urwaldstadt Francisco Sa. Am Sonntag, den 28. März 2010 gegen 16:00 Uhr im Beisein meiner Mutter aus dem Leben gerufen. Er hatte gerade Besuch von Bekannten, die er im Krankenhaus kennen gelernt hatte. Sie ließen es sich nicht nehmen, ihn auf dem letzten Stück seines Weges zu begleiten.

Mein Vater wurde 87 Jahre alt. Die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte er in Brasilien, den Urwald hinter dem Haus, als Kind von Auswanderern. Der Traum in der Fremde ging nicht so in Erfüllung, wie sie es sich vorgestellt hatten. So kamen sie zurück nach Deutschland.

In Wethau bei Naumburg/Saale verbrachte er seine weitere Kindheit und Jugend. Hier kreuzten sich seine Wege mit denen seiner späteren Frau bereits in der Schule. Noch nicht volljährig führte ihn der zweite Weltkrieg nach Russland und Italien und schließlich, wie so viele andere, in die Gefangenschaft nach Frankreich.

Wie in vielen Familien damals waren es die Eltern, die ihn und seine spätere Frau wieder zusammen brachten. Mit 22 Jahren, am 01.12.1945 heiratete er meine Mutter, M. N. Die Ehe bestand bis zu seinem Tode, also 64 Jahre. Aus seiner Ehe gingen fünf Kinder hervor, drei Söhne und zwei Töchter sowie neun Enkelkinder und zehn Urenkel. Eines der Kinder starb bereits kurz nach der Geburt.

Von Beruf Elektriker, war es nach dem Krieg erforderlich, jede verfügbare Arbeit anzunehmen. Bei allem zeigte er vollen Einsatz.

Nicht immer verstehen wir die Wechselhaftigkeit des Lebens. Wir sehen häufig nur ihre Auswirkungen. Nicht alles ist eitel Sonnenschein. So auch im Leben meines Vaters.

Sein Leben war maßgeblich beeinflusst von der strengen, religiösen Erziehung seiner Eltern. Nachhaltigen Einfluss hatte hier der Kontakt seiner Eltern mit spiritistischen Kreisen auf sein späteres Leben. Auf der Suche nach Befreiung von dieser Last war die Begegnung mit einem Buchevangelisten wie ein Wink des Himmels.

Im Jahre 1962 entschied er sich mit seiner Frau zur Taufe, nachdem die bis dahin noch vorhandenen spiritistischen Bücher aus der Wohnung entsorgt waren. Von da an wurde auch sein Leben heller und freundlicher. Leider war es ihm in seinem Leben nicht vergönnt, die Schatten der Vergangenheit völlig abzustreifen. Bis zuletzt war es ein Kampf, der tief im Inneren ausgefochten wurde.

Eine Woche vor seinem Tode, scheint mir, hatte er seine letzte große Auseinandersetzung. Wir wissen nicht, wie sie ausgegangen ist, aber er wurde zusehends ruhiger. Es hat ihn gefreut, seine Kinder noch einmal zu sehen, seine Frau hat ihn bis zum letzten Atemzug begleitet.

An seinem Todestag bekam er noch einmal Besuch von Bekannten, die er im Krankenhaus kennen gelernt hatte. Sie ließen es sich nicht nehmen, ihn ebenfalls zu begleiten auf seinem letzen Weg.
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Als Adam und Eva sich entschieden mehr zu wollen, als ihnen zustand, waren sie sich nicht im Klaren darüber, wie die Konsequenzen aussehen würden. Sie glaubten der Schlange, dass sie „Gott los“ einer besseren Zukunft entgegen gehen würden als mit Gott an ihrer Seite. Zu verlockend war die Verheißung eines Lebens in uneingeschränkter Machtfülle. Ein fataler Fehler, wie sich bald heraus stellen sollte.

Scham, Furcht und Schuldzuweisung bestimmten den Anfang ihres Lebens ohne Gott und setzten sich in Leid, Schmerz, Krankheit und Tod fort. Hätten sie doch die Hand zur Versöhnung ergriffen, ehe sich das Gift der Trennung immer weiter ausbreiten konnte. Heute beobachten wir im Reagenzglas, mit welch rasender Geschwindigkeit sich tödliche Bakterien vermehren können.

Wir sind stolz auf unsere Errungenschaften. Wir glauben, alles im Griff zu haben. Gleichzeitig sehen wir mehr und mehr unsere Möglichkeiten schwinden, der Krankheiten Herr zu werden. So griff der Gifthauch des Todes auch bei den Menschen um sich, ohne dass sie ein Mittel gehabt hätten, dem zu begegnen. Wir stehen bis heute diesen Entwicklungen hilflos gegenüber. Die Schlange hat gesiegt mit ihrer Verführungskunst.

Oder vielleicht doch nicht?

Nein! Gott war noch immer da, auch wenn der Mensch einen Abstand zwischen sich und Gott geschaffen hatte. Und mitten in die Hoffnungslosigkeit, in den Untergang hinein bietet Gott dem Menschen die Hand zum Frieden, zur Versöhnung.

Immer wieder in der Geschichte der Menschheit tritt Gott in das Leben der Menschen, ganz persönlich, ganz nah, ganz individuell. Er wendet sich nicht pauschal an Adam und Eva. Nein, er spricht jeden ganz persönlich an. Wie war das mit Kain? Über allem Handeln der Menschen steht das Angebot Gottes – ich will euch retten. Lasst doch die Rettung zu! Immer wieder weisen die Menschen die Hand Gottes zurück.
Die Geschichte des Volkes Israel ist eine Geschichte der Angebote Gottes, der Gnade - und der Absage dieses Volkes. Immer und immer wieder reicht Gott die Hand zur Versöhnung. Das Leid, in das sich die Israeliten immer wieder stürzten, benutzte er, um sie zum Nachdenken zu bringen, ihre Gesinnung zu ändern. Gott ließ sie erkennen, dass der eingeschlagene Weg in den Untergang führte.

Geduldig gab er ihnen immer und immer wieder Gelegenheit, sich auf ihren Herrn zu besinnen. Und doch musste Jesus einst sagen:

„Aber ihr habt nicht gewollt ...“

Matth. 23,37

Unser Bibelwort in Hesekiel 18,23 ist auch eine solche Gelegenheit, die Gott den Menschen schenkte.

Ich, der Herr frage euch:

„Meint ihr, ich hätte Freude daran, dass der Gottlose sterben muss? Nein, ich freue mich, wenn er von seinen falschen Wegen umkehrt und am Leben bleibt.“

Gott macht deutlich, dass er nicht der rächende, zerstörende Gott ist, als den ihn der Teufel immer wieder hinstellen will. Er ist ein Gott, dem das Leben wichtig ist. Er ist ein Gott der Liebe. Er ist der Gott, der nicht aufhört, seine Hand zur Versöhnung auszustrecken.

Satan will zerstören, was Gott geschaffen hat. Und das gründlich. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Da wird Gott in Frage gestellt. Da wird er als Rächer bezeichnet, der nur darauf wartet, dass wir einen Fehler machen. Und wie reagiert Gott?

„Ich freue mich, wenn ein Mensch von seinen falschen Wegen umkehrt und am Leben bleibt.“

Was ist das für eine Botschaft!?
Das ist kein Verdammungsurteil, das ist eine liebende Hand, die sich ausstreckt, um etwas zutiefst Zerstörtes wieder zu heilen.
Umkehren und am Leben bleiben!

Ja, wenn das nur so einfach wäre. Wie viele haben das schon versucht und sind gescheitert. Sie gleichen einem Ertrinkenden, der auf dem weiten Ozean versucht, sich selbst zur retten. Es ist sein sinnloses Unterfangen. Was nützt es, wenn ein Ertrinkender ein guter Schwimmer ist, aber das rettende Ufer viel zu weit entfernt, die Wogen viel zu groß und auch die Kraft viel zu klein ist?

Ob Gott das nicht weiß? Doch, Gott kennt die Tiefen in unserem Leben. Ohne seine Hilfe, der Hilfe von außen – niemand von uns würde überleben. Ja, diese Hilfe wird ausgerechnet von dem angeboten, gegen den wir uns doch gewandt haben.

Hier kommt die ganze Liebe Gottes zum Tragen. Nicht Verurteilung, nicht Untergang, nicht Rache. Ja, Du hast Dich von mir abgewandt, aber das ist nicht das Entscheidende.

Kehre um und bleibe am Leben!
Komm zurück zu mir!

Gott ruft den Menschen ein Leben lang zurück in seine Arme. Wer diesem Ruf folgt, mag in seinem Leben versagt haben. Er mag viel Schuld auf sich geladen haben, aber Gott reicht ihm die Hand zum Frieden. Gott bietet einen Neuanfang, selbst am Ende eines Lebens.

Aber, so mögen wir sagen, der hat doch so viel Schuld auf sich geladen, dem kann Gott doch unmöglich helfen!? Ja, das will uns Satan einreden. Entweder bist du viel zu gut, um Gott überhaupt zu benötigen oder du bis so schlecht, dass du dich nicht an Gott wenden kannst. Du bist ein Verlorener.

Nein, das vereinbart sich nicht mit dem Gott, der sich uns in der Heiligen Schrift vorstellt. Liebe ist sein Wesen, Liebe ist sein Handeln. Für ihn gibt es kein „ZUSPÄT“. Oder doch?

Doch, es gibt diese Menschen, die nicht umkehren. Es gibt diese Menschen, die nicht zurück kommen. Für sie ist es tragisch, für sie ist es zu spät. Ist es doch ihre ganz persönliche Entscheidung über ein ganz persönliches Angebot Gottes an sie. Nicht Gott weist sie zurück, sie lassen ihn im Regen stehen.

Doch wer von uns will sich hier zum Richter aufspielen und sagen, dieser oder jener hat keine Chance?

Sagte Jesus nicht einmal:

„Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt.
Denn so wie ihr jetzt andere verurteilt, werdet auch ihr verurteilt werden. Und mit dem Maßstab, den ihr an andere legt, wird man euch selber messen.“

Matth. 7,1.2

Wieder einmal stehen wir am Ende eines Lebens. Eines Lebens mit Höhen und Tiefen. Hier ist nichts mehr zu ändern. Der Würfel ist gefallen. Das letzte Wort hat Gott.

Aber nehmen wir diese Stunde zum Anlass, uns selbst zu hinterfragen, wo wir stehen. Fragen wir uns, wie unsere Beziehung zu unserem Schöpfer ist. Sollte da etwas sein, das uns von ihm trennt? Sollten wir noch etwas haben, wo wir nicht umgekehrt sind? Lebenszeit ist Gnadenzeit. Aber eben nur Lebenszeit. Nutzen wir sie. Das möge Gott geben.



© Johannes Paetzold

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